Food Truck – „Die intolerante Isi“ das Bloginterview

Kennengelernt habe ich die liebe Isi auf dem foodbloggercamp in Reutlingen. Dort hat sie eine Session zum Thema „Lebensmittelintoleranzen“ abgehalten, an der auch ich teilgenommen habe.

Das Leben mit einer oder mehreren Unverträglichkeiten verlangt von den Betroffenen ein hohes Maß an Disziplin und leider auch Verzicht. Da ich selbst Personen kenne, die damit zu kämpfen haben, wollte ich mich mit diesem Thema genauer auseinander setzen. Isi gab nicht nur viele Informationen zu den unterschiedlichen Intoleranzen (Histamin, Laktose, Gluten), sondern nutzte die Gelegenheit um Ihr Foodtruck-Konzept vorzustellen. Diese Idee fand ich von Anfang an sehr überzeugend. Deshalb habe ich Isi heute zu einem Bloginterview eingeladen.

Hallo Isi, willkommen im KüchenAtlas Blog stell dich doch bitte selbst und deinen Blog unseren Lesern kurz vor.

die-intolerante-isi-blogpost-kuechenatlas-portraitHallo Stefan, vielen Dank erstmal, dass ich zu Gast bei KüchenAtlas sein darf.  Mein Name ist Isi, ich bin 27 Jahre alt und leidenschaftliche Bäckerin/Köchin. Ich bin eine von rund 17% in Deutschland mit einer Laktoseintoleranz – wodurch das Essen auswärts aber auch das Thema „was koche ich zu Hause?“ leider komplizierter geworden ist. Deshalb habe ich „Die intolerante Isi“ ins Leben gerufen – einen Blog, der sich mit Lebensmittelintoleranzen beschäftigt, Rezepte liefert, Produkte testet, Tipps gibt und aber vor allem meinen Weg zum eigenen „intoleranten“ Food Truck dokumentiert.

Mit dem Truck gründest du dein eigenes Startup. Erklär uns doch bitte dein Konzept.

An dem Food Truck Projekt arbeite ich seit etwa einem Jahr. Der Truck wird (vorerst) in München und im Münchner Umland unterwegs sein und Speisen und Getränke vor allem für Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten anbieten. Er soll mittags bei Firmen, bei Wochenmärkten und auf Veranstaltungen stehen. Aber auch für private Events gebucht werden können. Das gesamte Sortiment ist auch als Catering z.B. für Firmenmeetings oder Geburtstage verfügbar.

Die Speisen und Getränke sollen dabei aus regionalen und vor allem saisonalen Produkten hergestellt werden. Deshalb wird das Obst und Gemüse von ausgesuchten umliegenden Bauern bezogen und täglich frisch verarbeitet. Außerdem erfolgt eine Zusammenarbeit mit der Fritz Mühlenbäckerei. Es wird kein rein vegetarisches Angebot geben – das Fleisch wird jedoch vom Bio-Metzger des Vertrauens bezogen. Trotzdem sind auch einige vegetarische und vegane Speisen auf der Karte geplant.

Das ist aber noch nicht alles: Ab Juli 2014 sollen außerdem Koch- und Backkurse angeboten werden, die sich auf Lebensmittelunverträglichkeiten spezialisieren. Dabei wird den Teilnehmern gezeigt, wie man trotz Lebensmittelintoleranz noch lecker kochen und backen kann, welche Lebensmittel gut verträglich sind, welche Produkte man als Ersatz verwenden kann und wie man diese einsetzt.

Wie darf man sich dein Sortiment vorstellen und für welche Intoleranzen bietest du Produkte an?

Blogpost-Kuechenatlas-SmoothiesImTestAngeboten werden sollen vor allem verschiedene Smoothies, Sandwiches, Salate, wechselnde warme Mittagsgerichte und Whoopie Pies. Die Rezepte sind dabei so ausgelegt, dass für jeden etwas dabei ist – egal ob es sich um Intoleranzen gegenüber Gluten, Laktose, Fructose oder Histamin handelt.

die-intolerante-isi-blogpost-kuechenatlas-sandwichEs geht natürlich nicht, dass alle Gerichte wirklich alle Intoleranzen auf einmal abdecken, aber jeder wird auf jeden Fall etwas essen können. Hierbei soll auch auf das Kundenfeedback geachtet und die Rezepte gegebenenfalls daran angepasst werden.

 

Wie steht es mit den nicht Intoleranten wie z.B. mir, dürfen wir trotzdem zu dir kommen?

Natürlich dürft ihr sehr gerne trotzdem kommen! Nur weil etwas nicht enthalten ist, heißt es nicht, dass es gleich schlecht schmeckt oder ungesund ist. Im Gegenteil, da  frische und regionale Produkte verarbeitet werden und auf Geschmacksverstärker und Zusatzstoffe verzichtet wird sind die Speisen für jeden geeignet und auf jeden Fall gesund. Ein vegetarisches Gericht ist ja auch nicht gleich „schlecht“, nur weil eben mal kein Fleisch darin ist.

Ausgezeichnet. Dann werden wir wohl um einen Firmenausflug zum Truck nicht herum kommen. Wie ist der aktuelle Stand des Projekts?

Sehr gerne, ich freue mich auf euch!

In den letzten Monaten hat sich schon viel getan. Ich habe mich selbst lange mit allen Unverträglichkeiten beschäftigt und viele Rezepte kreiert. Außerdem habe ich mich bereits für verschiedene Veranstaltungen beworben und eine Produktionsstätte gefunden. Ein passendes Fahrzeug habe ich nach langer Suche auch endlich gekauft. Dies gilt es aber nun noch entsprechend auszubauen und umzugestalten, bevor der „intolerante“ Food Truck tatsächlich durch München fahren kann.

Die Investitionen zu Beginn sind extrem hoch und als Startup – vor allem in der Gastronomie – hat man es sehr schwer an eine Finanzierung heran zu kommen. Vieles habe ich selbst finanzieren können, aber gerade für den Umbau und die Umgestaltung des Trucks fehlt mir noch Budget. Deshalb habe ich eine Crowdfunding Kampagne gestartet, um das letzte nötige Kapital zusammen zu bekommen. Für jeden Unterstützer gibt es sogenannte „Dankeschöns“. Schaut doch mal vorbei, jeder Euro hilft mir weiter.

Mit dem richtigen Truck ist ja schon einiges geschafft. Welche Kriterien musste der Truck für dich erfüllen und warum ist es genau dieser geworden?

die-intolerante-isi-fodd-truck-blogpost-kuechenatlasDie Suche nach dem Truck hat seeeehr lange gedauert. Ich wollte auf jeden Fall ein Fahrzeug, dass nicht nach „0815“ oder nach einem typischen „Hendlfahrzeug“ aussieht. Und auch kein Fahrzeug das übermäßig groß ist, da die Preise dafür auch schnell ins Unermessliche gehen. Es sollte etwas Kleines, Schickes sein. Allerdings muss man ganz ehrlich sagen, dass nicht alles so funktioniert wie man es sich anfangs vorstellt, da muss man dann eben improvisieren und durchhalten – und so ist es ein toller, kleiner Truck geworden der ursprünglich auf Sylt als Cupcake-Mobil genutzt wurde. Und ich liebe dieses Auto! 🙂

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Der Truck muss also noch Umgestaltet werden. Wie wird er final aussehen? Machst du das Design selbst?

Die Gestaltung für die neue Folie mache ich selbst. Es hat eine Weile gedauert, bis ich damit zufrieden war – aber dieses Wochenende gibt es einen kleinen Post mit dem neuen Design des „intoleranten“ Food Trucks. Schaut also gerne mal im Blog vorbei! 🙂

Auf deinem Blog habe ich gesehen, dass du dein erstes Catering auch ohne Food Truck schon gemeistert hast. Was gab es zu essen und wie ist es gelaufen?

Das stimmt, und zwar für Mimimi Productions. Zu Essen gab es verschiedene Häppchen:

–        Dinkel-Baguette mit Soja-Frischkäse, Putenbrust, Salat und Erdbeeren

–        Dinkel-Hirse-Vollkorn mit veganer Mayo, Grillgemüse und Mozzarella

–        Glutenfreies Bauernbrot mit Champignon-Cashew-Spinat-Paste

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die-intolerante-isi-blogpost-kuechenatlas-whoopiesUnd natürlich durften als Nachtisch Whoopie Pies nicht fehlen. Es war super anstrengend, aber hat auch super viel Spaß gemacht – gleich zu Beginn ein Catering für 100 Personen auszurichten war schon eine Herausforderung. Aber es hat alles bestens geklappt und kam auch sehr gut an. In kürzester Zeit war alles weggegessen. Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf meinen nächsten Einsatz – hoffentlich sehr bald mit dem Food Truck!

Das klingt doch schon sehr vielversprechend. Besten Dank für das Gespräch.
Viel Glück und Erfolg mit diesem Projekt!