Das ging steil: FoodbloggerCamp in Reutlingen – oder: die kleine Sarah möchte bitte am liebsten nicht mehr abgeholt werden :-)

foodbloggercamp-badge-300Ihr Lieben! Was war das für ein Wochenende bitte? Nachdem ich die Nacht eher weniger zum Schlafen, als viel mehr zur Beantwortung dieser Frage genutzt und versucht habe, alle Eindrücke wenigstens ansatzweise zu ordnen, sitze ich jetzt hier, fest entschlossen, ein kleines Recap über das FoodBloggerCamp 2015 in Reutlingen zu schreiben.

Für KüchenAtlas war es nicht das erste Mal, für mich persönlich allerdings schon. Auch im letzten Jahr waren wir als Sponsor bereits in Reutlingen dabei, beim zweiten Termin 2014 in Berlin dann auch. Wie schön, dass es auch dieses Mal wieder geklappt hat und dass ich dieses Erlebnis machen durfte. Hier meine Highlights vom Wochenende.

Schon am Freitag Abend bin ich auf dem Schienen-Weg gen Reutlingen losgefahren, hieß es doch Samstag Morgen für Partner und Aufbauhelfer bereits um acht Uhr „Antreten“. Kein Problem – für mich die Gelegenheit, nicht nur mit anzupacken, sondern endlich auch „Mr. Barcamp“ Jan mal persönlich kennen zu lernen, mit dem ich bisher nur über E-Mail und mehr oder weniger erfolgreiche Hangouts Videotelefonate Kontakt hatte 🙂 Lieber Jan, es hat mich sehr gefreut! Auch Marcus von CookingConcept und sein wunderbares Team waren natürlich schon auf den Beinen, daher schon an dieser Stelle der Hinweis, wie toll die Location, wie unfassbar rund die Abläufe angesichts von mehr als 80 herumwuselnden Leuten waren. Eine genauere Beschreibung der Räumlichkeiten im CookingConcept könnt Ihr im Recap vom letzten Jahr nachlesen. Aber ganz ehrlich: den Marcus muss man erlebt haben 🙂

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Nachdem soweit alles erledigt war, trudelten nach und nach auch die ersten Foodbloggerinnen und Foodblogger ein. Noch ein Vorteil vom frühen Dasein: ich hatte so die Gelegenheit, zusammen mit Mella am Empfang zu sitzen und alle, die durch die Tür kamen, direkt mal „abzufangen“ und persönlich kennen zu lernen. Nach dem gemeinsamen Frühstück und einer kurzen Erklärung bezüglich Location und Warenverfügbarkeit á la Großmarkt ging es an die Sessionplanung. Ich als Barcamp-Neuling hätte da durchaus mehr Trubel, vielleicht sogar Chaos ähnlich dem an der Wallstreet erwartet, aber dafür, dass es sich um eine sogenannte „Un-Konferenz“ handelte, ging es doch sehr gesittet zu und vor allem ratzfatz. Klar: alle hatten schließlich tierisch Bock, endlich loszulegen!

Und das ist gar nicht so einfach. Es bildete sich eine riesen Schlange von Session-Willigen und es wurden so viele interessante und tolle Ideen in ein Mikro gesprochen, da muss man sich erstmal entscheiden. Wohin mit mir? Ich bin in die Sous-Vide Einführung mit Chef de Cambuse gegangen und habe es nicht bereut. Sous-Vide ist niedrig-Temperatur-Garen im totalen Vakuum. Und so cool, wie es sich anhört, ist es auch. Frank hat das in der Theorie sehr detailliert erklärt und ganz praktisch hatte er ein paar tolle Geräte dabei, um uns Interessierten diese schonende Zubereitungsart anschaulich näher zu bringen. Klar, dass es hinterher auch etwas zum Probieren geben sollte: Lachsfilet aus dem Sous-Vide auf Bulgursalat mit Curry und Kräutern. Der Fisch wurde dafür mit Estragon, Zitronenabrieb und etwas Olivenöl einvakuumiert und innerhalb einer halben Stunde im Sous-Vide-Becken im Wasserbad langsam auf Temperatur gebracht. Aber Bilder sagen bekanntlich mehr, als tausend Worte.

Mit der Niedriggarmethode wurden übrigens im Laufe des Wochenendes noch wesentlich mehr Köstlichkeiten zubereitet.

Und wo wir gerade bei köstlich sind: nach dem schnuckeligen Portiönchen Lachs winkte die Chance auf ein Stück süße Pizza vom Grill. Und da die Pelletgrills von Grillson, die im Außenbereich des CookingConcept aufgestellt waren, eh ultra imposant und spannend aussahen, habe ich der Kälte getrotzt und mich im zweiten Sessionblock für eine Nachspeise vom Grill entschieden. Eigentlich höchste Eisenbahn, dachte ich mir da, dass jemand auf die Idee gekommen ist, einen Grill mit Holzpellets zu befeuern. Als nachhaltiges Heizsystem sind die kleinen Energielieferanten ja schon länger en vogue. Und zurecht sind die Jungs von Grillson auch Feuer und Flamme für ihr Produkt! Gemeinsam haben wir an süßen und herzhaften Pizzakreationen getüftelt, sowie an süß-herzhaften Hybriden 🙂 diese kamen dann bei gigantischen 400 Grad für gerade mal 2 bis 3 Minuten auf den heißen Stein im Grillson Grill. Und – oh! – wie lecker das war! Natürlich kamen in den folgenden Stunden auch noch Fisch, Fleisch und Gemüse satt auf den Rost und auch die supergeilen Grill-Bananen, die Johanna mit Schokostückchen gestopft hat, verdienen extra Erwähnung 🙂

So und jetzt ist es Zeit für ein Bisschen Ehrlichkeit: mit der Überforderung eines absoluten Newbies in puncto FoodbloggerCamp war es für mich nach dem zweiten Sessionblock mit der Konzentration schon verdammt schwierig. Viele fleißige Bienchen kümmerten sich jetzt um das Mittagessen von fleischhaltig über vegetarisch bis vegan, es schmeckte köstlich, mehr weiß ich nicht mehr 🙂

Eine ausgiebige Pause will bei einer solchen Veranstaltung natürlich nicht nur zum Essen und Trinken, sondern auch zum Ausruhen und in erster Linie zum Kennenlernen genutzt werden und ich freue mir immer noch einen Loch in den Bauch (was nach der ganzen Völlerei ein Widerspruch in sich ist) darüber, dass ich so witzige, freundliche und coole Leute kennengelernt habe. Auf Seite der Unternehmen und Partner und hauptsächlich aus dem Blogger-Lager. Ich hatte meine Nase zugegebenermaßen viel im Smartphone und meine Augen an der Kamera, aber die Tatsache, dass ich von der Mittagspause und der darauffolgenden Session jetzt keine Fotos oder Notizen mehr auffinden kann, deutet wohl darauf hin, dass ich mich in dieser Zeit überwiegend unterhalten habe. Und das tut mir auch kein Bisschen Leid 🙂

Natürlich ging es in den Sessions und zwischen den Sessions auch immer wieder um die Themen Blogger-Relations, Kooperationen und die gewünschte Herangehensweise an solche Vorhaben. Dass das kein einfaches Thema ist, wusste ich bisher vom Hörensagen und aus Gesprächen in kleineren Runden. Es war für mich sehr spannend und auch lehrreich, die verschiedenen Meinungen hierzu von Kolleginnen und Kollegen aus den Unternehmen und dem Blogger-Lager zu hören. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass das beiderseitige Verständnis wächst, der Prozess aber noch nicht abgeschlossen ist.

In der nächsten praktischen Session, an die ich mich erinnern kann, kochten wir mit den Mädels von Kuhn Rikon in quietschbunten HotPans ein Orangen-Minz-Risotto mit Putenfilet. Auch wieder eine schonende Zubereitungsart, die viel Anklang gefunden hat. Und fein geschmeckt hat’s sowieso.

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Auch gegen Abend muss ich wieder mehr oder weniger planlos umhergeirrt sein, habe in den verschiedenen Räumen Eindrücke gesammelt und festgehalten für die Daheimgebliebenen und Jule und Jens beim Rumhampeln zugeschaut 🙂 (was übrigens wirklich Sinn machte, die beiden zeigten uns nämlich, wie man sich als Blogger für Film, Funk und Fernsehen aufwärmen und vorbereiten kann, sollten mal entsprechende Anfragen reinschneien). Es wurden Spätzle geschabt, Brot gebacken, Fleisch wurde bewundert als wäre es ein Wesen von einem anderen Stern und öfter fotografiert als die Königin von England.

Wer jetzt denkt, das wäre ja wohl genug Essen für einen Tag gewesen, geht da mit der komplett falschen Einstellung ran. Mit dem Havelwasser (Weißwein gemischt mit Birnensaft) kamen nämlich auch die Burger. In rauen Mengen. Ich bin versucht, es Burger-Parade zu nennen. Unter anderem kümmerte sich die liebe Tina um die Vegetarier und Veganer im Bunde und zauberte einen lauwarmen Linsensalat mit karamellisierten Feigen und Pinienkernen. Auch ein Wein-Gate wurde durch Chef Marcus gerade noch abgewendet und so konnte der Abend in lustiger Runde und bestens verpflegt ausgeläutet werden.fbcr46fbcr47


Erinnern dauert ja ganz schön lange! Schon wieder fast Mittag hier und heute werde ich ja leider nicht mehr bekocht. Und deshalb erlaubt mir, meinen Rückblick zum FoodBloggerCamp in zwei Teile zu schneiden wie einen 4 Stunden Sous-Vide-gegarten Rinderrücken und seid gespannt auf Teil 2, der morgen folgen wird.

Ich hoffe, die Erinnerungen an den Samstag in Reutlingen bauen sich innerlich vor vielen, die dabei waren während des Lesen wieder auf. Und natürlich freut es mich sehr, wenn die Daheimgebliebenen einen kleinen Eindruck gewinnen konnten, wie es sich zugetragen hat. Wenn das Geschmacks- und Geruchs-Bloggen auch leider erst noch erfunden werden muss….

Eure Sarah

6 Gedanken zu „Das ging steil: FoodbloggerCamp in Reutlingen – oder: die kleine Sarah möchte bitte am liebsten nicht mehr abgeholt werden :-)

  1. Liebe Sarah,

    vielen Dank für den tollen Bericht und die grandiosen Bilder der „Sous-vide“ Session!

    Es freut mich sehr, daß diese so gut ankam – habe nachher gedacht, daß ich jetzt noch nicht mal die Hälfte dessen gesagt habe, was ich eigentlich erklären wollte. 😉

    Zwei Mini-Anmerkungen:

    – der Lachs war ohne Marinade, nur mit Estragon, Zitronenabrieb und Olivenöl
    – der Rinderrücken war „nur“ 4h im Bad, dafür der Schweinebauch vom Sonntag 24h

    1. Ja, das Thema gibt offensichtlich so einiges her 🙂 und man hat Deine Leidenschaft dafür gemerkt! Die kleinen „Erinnerungslücken“ hab ich natürlich sofort gestopft, danke für die Anmerkungen!

  2. Liebe Sarah,
    Danke für die tolle Zusammenfassung vom Samstag! Ich hab es sogar auf Dein Bild geschafft 🙂 und an dieser Stelle muss ich mich zum gefühlt hundertsten Mal bei Dir/Euch bedanken (auch wenn ich es gar nicht oft genug sagen kann), dass Küchenatlas mir diese einmalige Erfahrung ermöglicht hat! Es war einfach ein hammerfettbombecrasses Wochenende mit Euch allen!

    1. Haben wir doch gerne gemacht 🙂
      Schön, dass es Dir auch Spaß gemacht und dass der Beitrag zum Samstag Dir gefallen hat.

  3. Ok, next try Berlin im Oktober. Der Bericht macht mich doch neugieriger als ich fast zugeben möchte. Ich bin gespannt ob ich mir dann ein Ticket sichern kann. 🙂

    1. Das wäre prima! noch mehr geballte Eis-Kompetenz kann bestimmt nicht schaden. mehr zu dem Thema Eis gibt es morgen, kannst schon mal gespannt sein 🙂

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